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(V) VON MÄRCHEN KEINE SPUR (04. Oktober 2006 - 21:40)
Es wird sein ein großes Wimmern und Heulen. Denn siehe, Sönke ist herabgestiegen, und am 89. Tag (nach dem WM-Finale) schuf er (in Zusammenarbeit mit dem Verband der Filmverleiher) den deutschen Fußballer. Jedenfalls so, wie wir ihn noch nicht kannten, ungeahnt nah wird er uns kommen und in pixeligen Bildern. Das hingegen, was vom deutschen Fußball übrig bleibt, ist mehr als dürftig.

Das große Wimmern und Heulen wird einsetzen, immerhin unter den auch der Bundesliga nicht abgeneigten Fußballfans, wenn wir uns die Bilder des "Sommermärchens" (ein allzu banaler und erwartbarer Titel übrigens, aber wirklich schlimm wäre es erst, wenn dieser nicht durch den Inhalt übertüncht wird) ab heute, 5. Oktober 2006, zu Gemüte führen und auf einmal denken werden: Schön war's. Und wir werden denken, dass der deutsche Fußball ein schöner und erfolgreicher war, ganz im Gegensatz dazu, was uns die vermeintlichen Topteams der Liga seit nun auch schon wieder sechs Spieltagen vorsetzen. Denn das ist nun wirklich - lau. Äußerst lau.

Vom ersten bis zum Vierzehnten der aktuellen Bundesligatabelle sind's grad mal drei lausige Punkte, und wer sowas für ein Signal zu erwartender Spannung in der laufenden Runde hält, wird bitter enttäuscht werden. Vielleicht schaffen es die Bayern in dieser Saison ja erst am drittletzten Spieltag, den gefühlten 137. Meistertitel einzusacken, okay, schon das wäre ein Fortschritt für alle, die nicht in weiß-blauer Bettwäsche schlafen (sie könnte so aussehen, wie das Foto es zeigt, wie alle sehen können, die keine Weiß-Blau-Schwäche haben, ohne Herrn Rangnick zu nahe treten zu wollen) und einen knappen Heimsieg gegen Aachen ausgelassen bejubeln. Indes, der Rest macht's auch nicht besser. Bremen hat seine Krise wohl überwunden (ein etwas sehr früher Zeitpunkt im Saisonverlauf, um eine Krise zu nehmen, da bleibt noch Zeit für eine oder zwei weitere), Schalke stellt sich ständig selbst ein Bein (Asamoah, UEFA-Cup), Hertha war noch nie ein Topklub und wird's erneut nicht zu einem bringen, jedenfalls nicht in dieser Spielzeit und das Brrrivad-Spielzeug des Franken-Tyrannen Michael A. Roth (Insider-Nickname: "Michaela"), der altehrwürdige 1. FC Nürnberg, vor Ort auch "der Glubb" genannt, wird von seinen Hardcore-Fans mit breitestem fränkischen Idiom seit Menschengedenken selbst als "Depp" didul..., Entschuldigung, tituliert. "Da Glubb is a Depp", so die realpessimistische Sichtweise der Anhänger vom Valznerweiher; der herrschende Präside Roth wird von dieser Litanei wohl kaum ausgenommen. Immerhin erfrischend vor den Toren Nürnbergs kommt der kauzige Trainer Hans Meyer daher.

Vom HSV hat diese Kolumne ja bereits berichtet und so wird aus Pietätgründen an dieser Stelle darauf verzichtet, dem darnieder liegenden Klub aus der Hansestadt einen weiteren überzubraten. Obschon es vermutlich leicht und erst recht spaßig wäre.

International sieht's auch nicht besser aus. Die Hälfte der BuLi-Vereine ist bereits achtkantig aus dem UEFA-Cup rausgeflogen, nur noch Frankfurt und Leverkusen dürfen weiter mittun und fristen in ihren jeweiligen "Todesgruppen" (Springer-Verlag-Großbuchstaben-Jargon) dem Vorrunden-Aus entgegen, während genannter HSV vermutlich gottfroh wäre, würde er als Gruppendritter der Champions League noch in den Cup der Verlierer (die An- und Abführung lassen wir ab sofort weg bei dieser Begrifflichkeit, obwohl die Hamburger Auftritte bis dato einem Abführmittel nicht zwingend vorzuziehen waren, haha, Wortspiel, ick' hör dir Trabzon). Die Bremer hätten sich mit einem Sieg gegen Barcelona, und bei Ronaldinhos Hasenscharte, der wäre drin gewesen, eine bessere Ausgangsposition verschaffen können; zwar ist nocht nichts verloren, dennoch scheint es beinahe vorgezeichnet, dass Chelsea und eben Barcelona die beiden ersten Plätze unter sich ausmachen werden. Und Bayern? Wird Gruppensieger und muss dann, weil Uli Hoeneß es schon tausend Mal so gesagt hat und der Mann schließlich dafür bekannt ist, Recht behalten zu wollen, im Achtelfinale gegen werweiß Lyon oder Real Madrid freiwillig ausscheiden. Dann kann man sich in München wieder einmal voll und ganz auf "die Meisterschaft konzentrieren", bitt'schön.

Der deutsche Fußball im Herbst. Von Märchen keine Spur mehr.


Von TheRedOne

 
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