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(IV) KAUFRAUSCH AN DER WATERKANT (01. September 2006 - 12:33)
Der Hafen zu Hamburg (s. Foto) ist ein unsteter Ort. Dauernd ändert sich etwas. Schiffe legen an, löschen ihre Ladung, lassen sich mit neuer beladen und legen wieder ab - eine ständige Baustelle also, dieser Hafen. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem örtlichen Erstligaklub, nur dass keine Container getauscht werden, sondern Fußballer.

Der HSV ist, jedenfalls nach der wie immer höchst unobjektiven Meinung dieser Kolumne, auf dem besten Weg, sich zu einem der Unsympathen unter den Bundesligavereinen zu mausern. Denn nirgendwo sonst im Fußballland herrscht eine derart hohe Fluktuation wie im Kader des Trainers Thomas Doll. Das allein ist noch kein Grund, Antipathien zu hegen, aber was man beim HSV seit Jahren völlig verdrängt, ist die Tatsache, dass es (besonders im deutschen Fußball) nötig ist, nicht nur fertig ausgebildete Spieler von irgendwowoher einzukaufen. Talentförderung scheint hoch droben an der Alster nur als nicht verstandenes, sperriges Wort zu existieren.

Selbst bei jenen Klubs, denen gern nachgesagt wird, sie kauften anderen Mannschaften andauernd die besten Spieler weg (Schalke, Bayern), kommen fast im Jahresturnus Talente aus der eigenen Jugend nach. Bei Schalke waren das in den vergangenen Jahren Klaesener, Baumjohann oder Pander, bei den Bayern Lahm, Guerrero, Ottl und Schweinsteiger. Und was machen die Hamburger? Nichts dergleichen. Es lohnt sich, einen Blick auf die Neuzugänge zu werfen, die seit 2005 im Volkspark angeheuert haben.

Als da wären: Thimothee Atouba, Piotr Trochowski, Guy Demel, Rafael van der Vaart (2005), Nigel de Jong, Vincent Kompany, Besart Berisha, Paolo Guerrero, Boubacar Sanogo, Danijel Ljubola, Joris Mathjisen, Juan Pablo Sorin, seines Zeichens Kapitän der argentinischen Nationalelf (2006). Zwölf Spieler - und neun davon sind so gut wie sicher Stammkräfte. Der altehrwürdige Hamburger Sportverein ist dem Kaufrausch verfallen, wie es ihn noch selten gegeben hat in der Geschichte der Liga. Und dabei ist der übelste Fall hier noch nicht einmal dokumentiert: die Nacht-und-Nebel-Verpflichtung Ailtons im vergangenen Januar. Die Vereinsführung hatte darauf gesetzt, einen Publikumsliebling zu verpflichten, der gleichzeitig auch noch Tore schießt. Doch mit der Gunst der Zuschauer und dem Torriecher war's indes nicht weit her - der "Kugelblitz" traf in der Rückrunde ganze drei Mal und verscherzte es sich mit den Fans. Und den Klub hat der ganze Schlamassel eine hübsche Stange Geld gekostet.

Die Crux dabei ist, dass mit einem so hochkarätigen Kader auch etwas herausspringen muss. Das kann nicht nur die Qualifikation zur Champions League sein, die man eben mit Ach und Krach geschafft hat. Das legen auch die Aussagen des Managers Dietmar Beiersdorfer nah, der den HSV ganz, ganz oben in der Bundesliga etablieren will; das hehre Ziel kann nur die Meisterschaft sein. Spätestens nach zwei Jahren, in denen kein Titel errungen wird, ist mehr als die Hälfte der genannten Akteure nämlich wieder weg, z.B. beim FC Bayern München. Diesen Weg hat zuletzt Daniel van Buyten gewählt, und andere werden ihm folgen oder gleich ins Ausland gehen.

Der HSV setzt sich also gewaltig unter Druck. Dabei hat er einen zwar nicht astreinen, aber doch Fehlstart hingelegt. Drei Remis (gegen Bielefeld, Hertha und Cottbus, davon zwei Heimspiele) sind für die Hansestädter fast schon ein Armutszeugnis; von den bisher sechs Pflichtspielen (die zwei CL-Quali-Spiele gegen Osasuna und die Ligapokalpaarung gegen Bremen kommen zu den Ligaspielen hinzu) hat der HSV noch kein einziges gewonnen. Fünf Remis und eine Niederlage gegen Werder stehen zu Buche. Schon hört man sie reden, die Mannschaft müsse sich erst finden, doch gilt das nicht für alle Teams? Und warum werden dann am letztmöglichen Transfertag mit Sorin und Ljuboja NOCH zwei Einkäufe getätigt? Kann die Mannschaft dadurch etwa besser zusammen finden!? Die Antworten darauf sollte der HSV schon bald auf dem Platz geben. Wenn nicht, müssten Trainer und Manager sie geben, und das ist noch nie ein gutes Zeichen gewesen.


Von TheRedOne

 
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